Nachdem wir drei – Willi aus Wels, Josef aus Schleissheim und ich – im letzten Frühling schon dem Marienpilgerweg von St. Marienkirchen/Hausruck nach Altötting in 5 Tagen gewandert sind, haben wir nach einer Fortsetzung gesucht. Wir haben uns entschieden, die gesamten 95 km des Granitpilgerwegs im Mühlviertel in 4 Tagen zu bewandern, jeweils 2 Etappen in 2 tagen mit einer Übernachtung vor Ort.
Freitag und Samstag letzter Woche war Start, wir trafen uns um 9:00 in Wels, fuhren gemeinsam mit dem Auto nach Auberg, Ortsteil Hollerberg, wo Willis Bruder Josef lebt, stellten das Auto bei ihm ab und erreichten nach knapp 1 km den gut beschilderten Pilgerweg. Anfangs ging es nach Westen, bis wir bei noch trockenem Wetter die große Mühl erreichten und dann dem Fluß entlang nach Norden bis Haslach. Da hat es dann schon etwas zu regnen begonnen, in Haslach war es dann schon ziemlich heftig und es blieb auch den Rest das Tages sehr unfreundlich. Wir waren trotzdem guter Laune, vielleicht auch, weil wir in Haslach im Gasthaus Vonwiller (gleich beim Textilen Zentrum Haslach) ein köstliches regionales Jauserl genossen habe – ich hatte Leinölerdäpfel mit gehobelten Radieschen und schmackhaften Kräutern, einfach perfekt.
Weiter ging es dann hinab zur Steinernen Mühl die von Osten kommend in Haslach in die Große Mühl mündet, und die nun folgenden rund 10 km waren landschaftlich wirklich traumhaft. Manchmal direkt neben dem Bach, dann wieder aus der Entfernung seinen meanderförmigen Lauf betrachtend, die Spuren der Biber bestaunend oder einfach nur die herrliche Luft zu atmen. Da kann man richtig runterkommen. Kurz vor unserem ersten Etappenziel in Helfenberg mussten wir dann noch ca. 120 hm hoch, um auch das Schloss Helfenberg (im Besitz der Adelsfamilie Revertera) mit seinem schönen Park und den kunstvoll geschnittenen Eiben zu betrachten. Dann aber ging es wieder steil bergab ins Zentrum von Helfenberg (übrigens Willi`s Geburts- und Kindheitsort), wo wir beim Speckwirt Haudum unsere Zimmer reserviert hatten. Vor dem Abendess ging sich sogar noch ein kurzer Saunagang aus, was nach den 24 km, 2/3 davon im Regen, besonders gut tat.
Und dann das Abenessen ! Weil ja der Haudum bekannt ist für seine Speckspezialitäten habe ich mir natürlich eine Speckplatte mit 8 verschiedenen Speckarten bestellt und die hatte es wirklich in sich. So klang der erste Abend sehr motivierend aus und für den nächsten Tag waren wir ausreichend gestärkt.
Hier noch ein paar Eindrücke: