Nächstes Jahr soll ich für das bayrische Reisebüro Klemm-Reisen unter anderem auch eine Radgruppe (mit Busbegleitung) vom Bodensee zum Königssee führen. Da ich diese Strecke noch nie gefahren bin, habe ich dem Reisebüro vorgeschlagen die vorgesehenen 7 Etappen vorher zu erkunden und da es letzte Woche eine günstige Wetterprognose gab, und ich das OK für eine finanzielle Abgeltung der Erkundung bekommen habe, hab ich ich mich am Nationalfeiertag auf den Weg gemacht.
Das Rad hinten aufs Auto, 2 Satteltaschen und eine Sporttasche mit dem Reisegepäck für den Gepäcksträger und ab nach Attnang-Puchheim, von wo ich um 8:54 mit der Westbahn direkt nach Frastanz in Vorarlberg fahren konnte. Kurz nach 14:00 war ich dort und bin zu meinen Freunden Barbara und Hubert ca. 8 km bis zu deren Haus in Nenzing geradelt. Ein bisschen ungewohnt mit so viel Gewicht hinten zu fahren, aber ich war ja nicht zum Rennradeln unterwegs. Es war sehr schön, dass wir uns nach einigen Jahren wieder gesehen haben und am nächsten Tag haben mich beide zum Bahnhof in Nenzing und dann auch noch weiter bis Lindau am Bodensee (Bayern) begleitet. Wunderschön, das tiefblaue schwäbische Meer, mit Blicken zu den oben schon weißen Bergen der Schweizer Alpen. Zuerst habe ich einen Platz erkundet, wo uns der Bus dann im nächsten Jahr aussteigen und die Räder entladen kann und dann ging es auf die erste Etappe durch viele kleine Dörfer auf sehr schönen Radwegen bis Oberstaufen. Zuerst dem Bodensee nach Osten entlang, bei Hörbranz für wenige km dann über österreichisches Gebiet, dann wieder Bayern, kurz auch mal in Baden-Württemberg und dann wieder Bayern. Eine nette Gastwirtschaft ca. 18 km vor Oberstaufen hat noch zu einer Rast eingeladen, bevor ich schließlich den touristischen Ort Oberstaufen erreichte und dort nächtigte.
Hier noch ein paar Eindrücke von diesem traumhaften Herbsttag:







Der nächste Morgen war dann ganz anders – kalt und regnerisch. Aber es nutzte nichts – ich musste rund 65 km weiter bis Nesselwang und so konnte ich zumindest testen, was meine Regenausrüstung wert ist. Und ich kann sagen Test bestanden. Dank der neuen Gamaschen blieben die Schuhe trocken, die lange Goretexhose ließ kein Wasser durch – dafür aber auch den Schweiß nicht nach außen, also die lange Radhose darunter war doch feucht. 2 dichte Jacken über der Schiunterwäsche, warme Handschuhe und ein Helmcover sorgten dafür, dass ich auch oben trocken und warm blieb. Es war halt nicht so genussvoll wie am Vortag, aber es zeigte sich dann im Lauf des Tages doch auch immer wieder mal die Sonne. Es ging wieder auf schönen Radwegen noch Osten bis zum Großen Alpsee, diesen am Nordrand entlang bis Immenstadt (mit einem schönen Ortskern) und dann der Iller entlang nach Süden bis Sonthofen. Von dort dann etwas weiter im Osten wieder nach Norden, es wurde sehr hügelig und wieder regnerisch bis zum Rottachsee, weiter bis Haslach am Grüntensee und schließlich die finale Steigung zum Explorer-Hotel in Nesselwang, wo ich schon etwas steif vom Rad gestiegen bin. Schön, dass es dann dort am späteren Nachmittag auch eine eingeschaltete Sauna gab. Fotos habe ich an diesem Tag kaum gemacht, hier aber zumindest die Route :

Am dritten Tag war es am Morgen in Nesselwang auf fast 900 hm nebelig und kalt, aber dafür trocken. Also warm anziehen und ab zur „Königsetappe“. Nicht nur wegen der Königsschlösser, an denen mich die Route vorbei führte, sondern auch weil sie mit rund 71 km und 740 hm die forderndste war. Zuerst lange bergab nach Osten bis Hopfen am See und dann nach Süden bis Füssen am Forggensee. Von dort ist es nicht mehr weit bis Hohenschwangau, wo man die beiden Königsschlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein besichtigen kann. Dafür blieb mir aber keine Zeit, es ging bei Sonnenschein über Schwanstein nach Nordosten, vorbei am Bannwaldsee bis Trauchgau. Ein wärmender Tee an einer Tankstelle und weiter ging es, bergauf und bergab bis zu einer sehr schönen Kirche, der Wieskirche, die dort plötzlich mitten in der Landschaft thront. Dann weiter nach Wildsteig und die Richtung dreht wieder nach Süden bz. Osten bis Bad Kohlgrub, einem bayrischen Wanderort, wo ich in einem schönen Hotel – wieder mit Sauna – nächtigen konnte.
Hier noch ein paar Eindrücke:







Die letzte Etappe war dann von der Topographie her die Angenehmste: Nur 300 hm Anstiege, verteilt auf 62 km, und 630 hm Abfahrten, davon gleich mal einige durchgehend auf den ersten 7 km. Zuerst nach Südosten bis Eschenlohe, dann dreht die Richtung auf Nordosten bis Großweil – da ist dann schon Halbzeit – und vorbei am Kochelsee und weiter durch das Oberbayrische Moor bis zur großen Abtei Benediktbeuern. Von dort noch nach Bad Heilbrunn und schließlich rollt man gemütlich, vorbei am Stallauer Weiher – bis ins Zentrum der lieblichen Kurstadt Bad Tölz an der Isar. Schön, wenn man dann dort angekommen ist.
Hier noch ein paar Eindrücke:






Die noch fehlenden 3 Etappen bis zum Königssee habe ich heuer nicht mehr geschafft, die hebe ich mir für die ersten warmen Frühlingstage im nächsten Jahr auf.